Öffentlichkeiten + Kunst

Öffentlicher Raum: ein Begriff wie ein zu oft getragener Anzug. Abgewetzt und mit glänzenden Stellen tritt er auf, wo er das Haus verlässt, auf der Straße, bei Vorträgen und in Büchern, eben überall dort, wo öffentlich darüber gesprochen wird, wohin sich Stadt entwickelt. Ziehen wir den Anzug an, tragen ihn auf und schauen, welche Machtverhältnisse, Konflikte und Hoffnungen sich mit dem Begriff öffentlicher Raum verbinden.

Öffentlichkeiten und Kunst: Wer diese Frage auf den städtischen Raum reduziert, wird einer Analyse bürgerlicher Öffentlichkeiten und ihren gesellschaftlichen Funktionen kaum näher kommen. Welche Rolle hat die Kunst als Teil bürgerlicher Ökonomie? Bilden die Un-Orte, Brachen und Zwischenräumen ein Gegenmodell? Sind  öffentlicher  Raum und anderer Art Öffentlichkeiten überhaupt noch ein Feld, in dem politische und/oder künstlerische Interventionen möglich sind? Gibt es Orte und Situationen, in denen sich Widersprüche manifestieren und Konflikte ausgehandelt werden wollen? Oder lässt sich die eigene Subjektivität wieder ins Spiel bringen, um sich auf Spaziergängen mit Neuentdeckungen öffentlicher Objekte wie Dan Grahams Alsterpavillion zu erfreuen?
Wie hat sich die Rolle von Kunst im öffentlichen Raum in Hamburg über die letzten 20 Jahre verändert? Welche spielt sie heute? Welche Rolle könnte sie spielen? Oder könnte sie sich ganz von solchen Rollen befreien? The Thing – im gewissen Sinne ein öffentlicher Raum – eröffnet hiermit ein zweites Schwerpunktthema, in dem es mehr darum gehen wird, neue Fragen zu stellen, als die bekannten Antworten zu geben.

In loser aber kontinuierlicher Reihe werden hier Texte zu lesen sein, die den Raum als Bühne für Monumente, als Ort für Spaziergänge oder als Folie anderer Arten von Öffentlichkeiten beschreiben und hinterfragen.

7. Mai 2008
Ulf Treger

Auffangkanäle und Sonderangebote

Mit dem Umbau des Spielbudenplatzes an der Reeperbahn und die Übertragung der Nutzungsverwaltung an eine private Betreibergesellschaft wurde auch die Zugänglichkeit dieses zentralen öffentlichen Platzes verändert. [mehr]
6. Juni 2007
Jorn Ebner

Flussklänge

Das, was wir Öffentlichkeit nennen, verändert sich schneller als die Programme, die eine künstlerische Thematisierung eben dieser Öffentlichkeit(en) betreiben wollen. Der in Großbritannien lebende deutsche Künstler Jörn Ebner wirft einen kritischen Blick auf das Verständnis von ‚Public Art’ in Newcastle. Etwas wehmütig denkt er dabei an das Vorzeigemodell der ‚Kunst im öffentlichen Raum’ in Hamburg. Aber auch das gehört der Vergangenheit an...  [mehr]
13. Mai 2007
Anca Mihulet

Urban Contact Zone. Sharing Areas – Using Places

Auf die Frage nach Widersprüchen und Potentialen des öffentlichen Raumes, sammelten sich bei der The Thing Redaktion hauptsächlich Texte zu der Auseinandersetzung mit Stadt, räumlichen Umstrukturierungen und Ausgrenzungen. Aber was ist mit künstlerischen Projekten und Positionen in dem Schwerpunkt „Öffentlichkeiten und Kunst“? Und warum gibt es keine Texte zu den vielen Kunstveranstaltungen, die im letzten Jahr in Hamburg im und zum öffentlichen Raum stattfanden? Wir baten die projektgruppe ihr Projekt „urban contact zone: sharing areas- using places“ vorzustellen. Sie gaben unser Anliegen weiter an die rumänische Kulturwissenschaftlerin Anka Mihulet, die aus der Sicht einer eingeladenen Teilnehmerin die Hamburger Veranstaltungsreihe beschreibt.  [mehr]
25. April 2007
Jens Emil Sennewald

Jenseits der Dächer. In Paris, an den Linien der Stadt

Auf den ersten Blick vergleichbar mit der Situation der Obdachlosen in Osaka scheint die der Menschen "Ohne festen Wohnsitz" in Paris. Jens Emil Sennewald rückt die Zelte der französischen "Sans Domicile Fixe" an den unwirtlichen Orten der metropolitanen Peripherie allerdings in die Nähe von aktuellen künstlerischen Praktiken, die sich mit den "Rändern" der Gesellschaft befassen.  [mehr]
30. März 2007
Anke Haarmann

Public Blue - Die Besetzung des Öffentlichen Raums

In den Diskussionen über öffentlichen Raum in Hamburg wird gerne übersehen, dass es sich um einen europäischen öffentlichen Raum handelt. Das Politische diesen Raumes stellt sich in Japan anders dar, wie die Hamburger Künstlerin Anke Haarmann zu berichten weiß. [mehr]
25. März 2007
Sybille Bauriedl

Die Inszenierung des öffentlichen Raums für eine neue Urbanität: beispielsweise HafenCity

Der Hamburger Hafenrand wird, ganz ähnlich wie die ehemaligen Hafengebiete anderer Wassermetropolen auch, zum urbanen Spektakel. Die Geographin Sybille Baudriedl zeigt wie sich ökonomische Interessen und Imagepolitik in spezifischen Formen der räumlichen Inszenierung verknüpfen. [mehr]
9. März 2007
Ulrich Mattes

Operation Tagedieb oder die Kunst der Brachlegung

Im Rahmen seiner künstlerischen Arbeit streift Ulrich Mattes durch einige für den Tourismus vermeintlich "unbedeutende" Ecken Hamburgs. Dabei macht er Fotos und verfolgt Gedanken, die beim Gehen entstehen. Im Gepäck Begriffe wie "Brache", "Reservat" und Off" spieglt sein Text Überlegungen zum Verhältnis von Stadt- und Kulturlandschaft und stellt Fragen zu den immer wiederkehrenden Antagonismen des Kulturbetriebs.  [mehr]
9. März 2007
Kathrin Milan

Steppe in der Stadt

Seit einigen Jahren reist Kathrin Milan mit ihrem umgebauten Möbelwagen durch europäische Städte. Sie lässt sich an öffentlichen Orten oder an anderen urbanen Rändern nieder und entwickelt aus ihrer nomadischen Lebensweise das Projekt „Kunstnomadin“. Sie schreibt über ihren Blick auf die zunächst fremden Orte, über die Begegnungen mit den Menschen und über Hindernisse, auf die sie mit ihrem Kunstprojekt in Hamburg stösst. [mehr]
2. März 2007
Britta Lange

Ein Riesengorilla für St.Pauli

Der Hamburger Spielbudenplatz hat nicht nur eine lange Geschichte als Vergnügungsmeile, sondern dort verband sich das Spektakuläre auch gelegentlich mit einer Popularisierung und Politisierung von Wissenschaft. Das zeigt die Kulturwissenschaftlerin Britta Lange am Beispiel eines „Riesengorillas“, der dort 1901 zur Schau gestellt wurde: Hier treffen sich Mythisierungen des Wilden, die Handelsgeschichte um Hagenbecks Tier- (und Kolonial-)Park mit einem wohligen Schauern über die eigene Abstammung. [mehr]
2. März 2007
Wiebke Johannsen

Todesort, Strafort, Gedenkort, Lernort

Wiebke Johannsen ist freiberufliche Historikerin und arbeitet in der Gedenkstätte Neuengamme. Was sie bei ihren Führungen über das KZ-Gelände mit den BesucherInnen erlebt, wie man einen hamburgischen "Un-Ort" präsentieren kann, welche Rolle "zielgruppenspezifische Pädagogik" im Verhältnis zum "Ausmaß des Schreckens" spielt, eine "grundsätzliche Unangemessenheit" diesem öffentlichen Raum gegenüber, darüber schreibt sie hier. [mehr]
19. Februar 2007
Ulrike Bergermann

Gekaufte Demonstranten

Öffentlicher Raum ist in den letzten 200 Jahren der Raum politischer Artikulation gewesen. Doch deren Grenzen sind enger gesetzt: Schon länger scheint in Hamburg der Einzelhandelsverband zu entscheiden, wann und welche Demonstration durch die Mönckebergstrasse geht – und zukünftig kommt es darauf an, wer es sich leisten kann, überhaupt Demonstrierende auf die Straße zu schicken. Ulrike Bergermann hat sich für The Thing auf diesem neuen Markt einmal genauer umgeschaut.  [mehr]
18. Februar 2007
Anne Vogelpohl

Kultur und öffentlicher Raum: Über die Aneignung des Hamburger Schanzenviertels

Gentrification: Aufwertung des Stadtraums ist inzwischen zum Gemeinplatz geworden, der aber immer wieder besucht werden sollte. Was bekannt scheint – alteingesessene, meist arme Bewohner eines Viertels werden durch Künstler, Musiker und Studenten über Jahre vertrieben; diese machen das Viertel ökonomisch attraktiv, bis sie sich selbst das Leben dort nicht mehr leisten können – wird von der Geographin Anne Vogelpohl am Hamburger Paradebeispiel Schanzenviertel präzisiert.  [mehr]
19. Februar 2007
Jokinen

Kolonialdenkmäler und partizipative Plastik - Erinnerungskulturen, Mythen, Antithesen, Inversionen

Denkmäler sind ein typisches Element des öffentlichen Raumes: sie materialisieren Geschichtsbilder, sie nehmen einen physischen Platz ein, sie kreieren Öffentlichkeiten. Für ihr Projekt afrika-hamburg.de holte die bildende Künstlerin Jokinen das umstrittene und von früheren Denkmalstürzen beschädigte Denkmal des Kolonialoffiziers und -gouverneurs Hermann von Wissmann aus dem Keller. Sie positionierte es im städtischen Raum und initiierte im Internet ein Forum für Diskussionen um die materiellen und mentalen Bedingungen kolonialer Mythen. Sie öffnet somit auch Fragen nach den Möglichkeiten künstlerischer Interventionen in der Herstellung “neuer Öffentlichkeiten”.  [mehr]
19. Februar 2007
Jokinen

engl. version: Colonial Monuments and Participative Art – Cultures of Remembrance, Myths, Anti-theses, Inversions

Monuments are typical elements of public space: they are materializing history, they occupy physical places, they create publicity. For the project afrika-hamburg.de the visual artist Jokinen took the disputed and damaged monument of the colonial officer and governor Hermann von Wissmann from a basement and installed it in an exposed urban space. In an internet forum she initiated a debate about the material and mental conditions of colonial myths. Within her project Jokinen opened a discussion about possibilities of artist interventions in creating “new public spheres”.  [mehr]
18. Februar 2007
Maren Grimm, Thomas Wildner und Kathrin Wildner

Spielbudenplatz

Es gab viele städtebauliche Entwürfe für den traditionsreichen Spielbudenplatz – und viele Rückzieher. Geld war immer mehr da als für den Park Fiction – schließlich ging es hier nicht um die Erstellung eines angenehmen sozialen Raums, sondern einen Ort, der zuerst für diejenigen funktioniert, die ihn einmal und nie wieder sehen. Dass sich ein genauer Blick lohnt, damit sich die ganze Tragödie dieses Platzes entfalten kann, beweist der hier dokumentierte Spaziergang von Maren Grimm, Thomas Wildner und Kathrin Wildner. [mehr]
12. November 2006
Sebastian Grundke

Ein Pakt unter Palmen

Wird das Park Fiction Projekt trotz größter Schwierigkeiten durch die Behörden bei seiner Realisierung, nun zum Vorzeigeprojekt der Hamburger Kulturbehörde gemacht? Sebastian Grundke nimmt das Symposion “Umsonst & Draussen” zum Anlass kritisch auf das Verhältnis von Kunst und Stadtvermarktung zu blicken.  [mehr]
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