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30. September 2007

ELAY hört jetzt Stimmen und mein Rechner ist zu voll gestopft

Heute nahm ich mir mal wieder vor zu betteln, auf dem Rollbrett. Vielleicht hätte ich nicht als ersten Ort die Heil-Insel der Depressiven aufsuchen sollen. Wieder kam ich auf der Meditationsplattform an, auf der ich schon Captain BuckRodgers traf, der mir meine Behinderung versprach (siehe Text »Captain BuckRodgers«). Vier Avatare saßen auf den im Kreis angeordneten Meditationskissen.



Eine Gruppe schien gerade zu beginnen. TongRen-Energie. Was immer das ist - werde ich später im Netz recherchieren. Ich werde freundlich begrüßt, aus meinem Rechner tönt die Stimme des TongRen-Masters. Leider ist mein Rechner derzeit so voll gemüllt, dass die Tonübertragung abgehackt zu hören ist. Ich hoffe mal, dass es daran liegt und nicht an der mir versprochenen Behinderung. Mit dem Headset kann ich gut hören, zu hören scheine ich aber nicht zu sein. In dieser Gruppe soll Energie der Teilnehmer zur Heilung jeweils eines Klienten genutzt werden. Da ich die Stimmen der Probanden nicht hören kann muss ich mir ihre Probleme zusammenreimen. Ich höre nur die wunderbare Heilerstimme von TongRen-Master. Irgendwann erzählt er, dass er in SL vier Assistenten hat, die man jederzeit nach einer Energiebehandlung fragen darf. Das Hören menschlicher Stimmen macht das Ganze noch verwirrender, es wird realer, im Hintergrund hustet jemand. Der Master zählt auf, aus welchen Ländern die Teilnehmer kommen, die meisten sind Australier und aus Singapur. Woher weiß er das? Ist das hier eigentlich noch wichtig? Durch den abgehackten Ton verstehe ich nicht alles. Einmal denke ich, der Mann behandelt einen Menschen mit Autismus, dafür sollen wir den Energiefluss auf der linken Seite des Kopfes verstärken. Dann heißt es, es ginge um ein Aspergher-Syndrom. Das Ganze scheint kostenlos zu sein. Das ist anders als zB. in Eso-Ottensen. Es gibt mit Sicherheit auch hier jemanden, der Vergleichbares praktiziert. Auf Flyern in Bioläden und Esoshops könnte ich mich informieren. Energie-Channeling, Mental-Healing, Fern-Reiki.

Ich werde also wieder nicht betteln. ELAY sitzt auf seinem Kissen und hört zu. Jetzt geht’s los. Zu Beginn der Sitzung erläutert Tong Ren-Master, dass es darum geht, einander zu unterstützen und dass er davon ausgeht, dass keine Ton und Bild Dokumente angefertigt werden. Dem werde ich nicht folgen, denn die Bilder sind Teil meines Projektes, wohl aber nehme ich mir vor, die Avatar-Namen unkenntlich zu machen. Ist schon seltsam - Persönlichkeitsschutz für Avatare. Der Ablauf ist so: Tong Ren fragt, wer sich behandeln lassen möchte. Einer sagt "ICH!“. Dann befragt er, was behandelt werden soll. Nach diesem kurzen „Anamnesegespräch“ beginnt die Behandlung. Jetzt hört man, dass der Master auf irgendetwas klopft. Er fordert die anderen auf ihre Gedanken und ihre Energie dem Klienten zuzuwenden und zuzusenden. „Whatever believe-system you have!“ Jetzt sollen wir unsere Energie zu Kaitlin schicken, die ihre Freundin Kim behandelt. Oder direkt zu Kim, das können wir uns aussuchen. Kim hat entweder Gallensteine oder Krebs, etwas mit dem Immunsystem oder alles zusammen. Die Behandlung dauert etwa 5 Minuten. Tong Ren-Master fragt hin und wieder, wie Kim sich fühlt. Ich kann nichts hören. Ich logge mich aus und mache einen Neustart. Als ich mich wieder nach Depression-Island gebeamt habe, habe ich mich offenbar in der Adresse vertan. Ich komme vor einem Haus mit Kirschblütenbaum an, in dem eine Runde leerer Meditationskissen liegen.



Ich muss „meine“ Veranstaltung suchen. Dafür fliege ich umher, die Insel ist klein, ich werde schnell fündig. Von oben mache ich ein Foto und manövriere mich dann über den vermeintlichen Mittelpunkt des Kreises.



Ich drücke „f“ um aus der Luft in die Mitte des Kreises zu plumpsen, was zwar wenig meditativ aber bestimmt unterhaltsam gewesen wäre. Aber vielleicht hätte das meinen Ruf beschädigt. Ich ziele falsch und lande hinter der Info-Tafel, gehe zu Fuß auf die Plattform. Jetzt sind mehr Avatare darauf als zuvor. Ich setze mich neben ein buntes Pelzwesen und lausche.





Jetzt ist jemand in Mariposa dran und ich kann auch die Antworten hören. „I feel real good“ sagt der Behandelte. „Optimus“ kommt an und schreibt, dass sie sich nicht setzen will. Tong Ren-Master erklärt, dass sie Schwierigkeiten mit ihren Control-Knöpfen hat und deshalb steht. Er meint, besser sie ist stehend bei uns als gar nicht. Sie ist eine seiner Assistenten. Irgendwann sitzt sie dann doch.



Bei aller Skepsis solchen Heilverfahren gegenüber, die Kraft der Suggestion wird durch die Stimme verstärkt. Der Typ klang sehr heilsam und kompetent. Die Idee, dass zu verabredeten Zeiten ein Kreis von digitalen Meditationskissen frei dafür ist, den Versuch zu starten, gemeinsam an „Heilung“ zu denken ist schön - dass gleichzeitig in Singapur, Australien, den USA, Chile und China digitale Eso-Freaks im Schneidersitz die Augen schliessen und mit ihren Fingern rhythmisch klopfen, auf dass Heidi in Kassel keine Kopfschmerzen mehr habe, ist doch sehr poetisch - Global-Mental-Healing. Wenn es Placebo-Phänomene wären, die das freisetzt – wo ist das Problem, man kann auch weniger menschenfreundlich duchgeknallt sein. Zweimal die Woche hält er diese Sitzungen ab. Besucht die Insel der Depressiven und lest das Anzeigenbrett! (suchen unter »depression« oder »healing«)

Bei kurzen Recherchen zu Tong-Ren-Energie kam heraus:
Das ist ein weltweit agierender Kreis von Menschen, repräsentiert von einer Liste mit Kontaktadressen - seltsamerweise mit einer Adresse in Lettland, aber keiner in Deutschland. (www.tongrenhealing.com) Die Website ist in der schrecklichen „netten“ Word-Standard-Schrift erstellt, die Mensch immer dann benutzt, wenn es „locker“ rüberkommen soll. Also vom grafischen her sind das Idioten oder Hochstapler. Für den Text wähle ich die Übersetzer-Funktion, dann wird es unterhaltsamer:



Dieser Aufstellungsort (Site) wird eingeweiht:

Zange Ren heilende und freie Meerschweinchen-Kategorien

„Zange Ren ist nicht ein Wunder. Es ist nicht eine fromme Anbetung, noch ist es ein Geheimnis. Leute nehmen leicht die Theorie an, daß Energie das Universum bildet, aber sie können nicht die Theorie annehmen, daß Energie das menschliche Wesen bildet. Wenn du der Lebenkraft, dem menschlichen Sein Energie glaubst, die der chinesische Anruf das „Chi“ und ihm glauben oder es erkennen wünschen, kannst du kommen verbindest unsere Meerschweinchenkategorie.“

Tom Tam

Ein Link schickt mich zu youtube:

www.youtube.com/watch?v=fqp0PTigz7E

Das Video ist ein Bericht auf Fox News, USA, über die Tong Ren Methode, die noch viel abstruser ist, als ich erwartete: Eine Gruppe von Menschen hat einen kleinen Metallhammer, mit dem sie, jede/r für sich, auf ein kleines Akupuktur-Menschen-Modell klopfen. Der Anführer Tom Tan sagt, welchen Akupunkturpunkt sie bearbeiten sollen. Sie behaupten so am kollektiven Unterbewußten zu arbeiten und es werden Beispiele von erfolgten Heilungen angeführt. Das ist doch schön.

Für mein Projekt bin ich am Straucheln. Mein Ziel verfehle ich weiterhin: behindert betteln in SL. Deshalb zur Ablenkung ein radikaler Exkurs-Wechsel zu RL:

In der neusten „Dummy“ (Zeitschrift) gibt es einen Bericht über Menschen, die lieber behindert wären. Ein Mann fährt zB. heimlich in andere Städte, um für ein Wochenende im Rollstuhl zu leben. Er genießt es, sich in behindertengerechten Hotelzimmern vor dem tiefer gelegten Spiegel zu frisieren, er fährt mit Aufzügen und besucht behindertengerechte Kneipen. Im Grunde mache ich dasselbe in SL, ich versuche behindert zu werden und als behinderter Avatar aufzutreten. Ich erfahre dabei (leider?) keinen Lustgewinn. Aus meiner bisherigen Arbeit ging dieses Schreibprojekt folgerichtig hervor und ist mein mich selber behindernder "pain in the ass". Einige Themen, die mich beschäftigen, tauchen hier gebündelt auf. Ich muss gestehen, es macht mir keinen Spaß mehr. Anfangs war ich fasziniert davon in einer virtuellen Welt herumzulaufen und die psychologischen Übertragungsphänomene am eigenen Leib zu erfahren. Seit ich merke, dass die behinderten Menschen SL selber für sich entdecken und nutzen ist mir der »missionarische Drive« abhanden gekommen. Allerlei Randgruppen entdecken das Potential von SL, und warum sollen nicht weltweit Menschen auf kleinen Puppen herumklopfen, wenn es denn hilft. Ihnen, den Patienten, den analog und digital Behinderten und Gestörten der Welt.

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