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22. November 2007

OFFENER BRIEF des Jury-Workshop

JURYWORKSHOP Jurierungsmodelle für die "Programmförderung Künstlerhäuser und Kunstorte 2007"

Kulturbhörde der Freien und Hansestadt Hamburg
Prof.Dr. Karin von Welck
Antje Mittelberg

Hamburg, 6.11.2007


OFFENER BRIEF

Sehr geehrte Frau Senatorin von Welck
sehr geehrte Frau Mittelberg,

anbei übersenden wir Ihnen das Ergebnis des „Workshop Jurierung Programmförderung der Hamburger Künstlerhäuser und Kunstorte“ und möchten uns beim Kunstverein Linda e.V., insbesondere Oliver Goernandt für die Initiative dazu und die Organisation bedanken.

Wie Sie wissen, fand am Sonntag 30.10.07 eine Präsentation des von uns erarbeiteten Modells vor einigen VertreterInnen der Künstlerhäuser und Kunstorte statt. Die Stimmung an dem Abend war wenig diskussionsfreundlich, so dass weder das von uns entwickelte Modell noch die Überlegungen, die dazu geführt haben, sinnvoll erörtert werden konnten. Dass weder die Aufgabenstellung des Workshops noch sein Zustandekommen und seine Zusammensetzung die Zustimmung eines Teils anwesenden Vertreter gefunden haben, mag zum einen daran gelegen haben, dass der Informationsstand der Anwesenden uneinheitlich war, zum anderen verfolgen die einzelnen Orte durchaus unterschiedliche Strategien im Hinblick auf die Vertretung und Durchsetzung ihrer Interessen.

Die Szene der Hamburger Künstlerhäuser und Kunstorte ist eine lose Interessengemeinschaft, die nicht über ein definiertes Repräsentations- und Abstimmungsmodell verfügt, was bereits im letzten Jahr zu Unmut über die Zusammensetzung der Jury gesorgt hat. Insofern sahen wir uns bei der Präsentation wieder mit dem grundsätzlichen Problem konfrontiert, dass personell stärker vertretene Orte ihre Interessen deutlicher zum Ausdruck bringen konnten, als andere, die womöglich gar nicht anwesend waren. Selbst wenn am Sonntag eine Abstimmung erfolgt wäre (was nicht der Fall war), wäre die Legitimität einer solchen Abstimmung in Zweifel zu ziehen.

Nichstdestotrotz würden wir gern an dieser Stelle nochmal verdeutlichen, was unser Ansatz war. In unserem Modell spielt der Versuch, von einem simplen Repräsentationsmodell (Delegation an eine Jury) zu einem Konzept der Möglichkeit von Partizipation überzugehen, die entscheidende Rolle. Das scheint in einer auf Partikularinteressen angelegten politischen Tradition schwer vorstellbar, könnte aber genau die Herausforderung sein, die sich mit dem Selbstverständnis der selbst-organisierten Orte trifft. Die Mehrarbeit, die es im Vergleich zum Jury-Modell bedeutet, haben wir als zu entlohnende Arbeit in unser Modell integriert.

Wir bitten Sie, unser Modell vor dem oben dargelegten Hintergrund zur Kenntnis zu nehmen und möchten Sie an dieser Stelle an ihre Verantwortung im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Hamburger Off-Szene erinnnern und würden es begrüßen, wenn Sie deren selbstorganisierten Charakter möglichst berücksichtigen und fördern würden.

Wie auch im Rahmen unseres Modells dargestellt, stehen die Mitglieder des Jury-Workshops für eine weitere Jury-Notlösung, deren personelle Besetzung sowieso nur wieder ohne wirkliche Legitimierung zustande kommen kann, nicht mehr zur Verfügung. Für eine inhaltlich anspruchsvollere Weiterarbeit an dieser Problematik erklären wir uns jedoch gerne bereit. Vorbild dafür könnten andere europäische Länder sein, wie etwa Österreich oder Frankreich, in denen längst intensiv mit alternativen Auswahlverfahren als den Herzstücken von Selbstorganisation experimentiert wird.

Es wäre schade, wenn insbesondere die mit der von uns konzipierten „Innovationsförderung“ verbundenen positiven Perspektiven für den Kulturstandort Hamburg verspielt werden sollten. Bereits jetzt ist Anlass zu großer Sorge, dass, im Verhältnis zu anderen Kulturbereichen, die strukturelle Förderung und Weiterentwicklung der zeitgenössischen bildenden Kunst in Hamburg stark vernachlässigt wird.


Mit freundlichen Grüßen,

Achim Chodzinsky
Jan Holtmann
Michael Lingner
Claus Mewes
Rahel Puffert
Cornelia Sollfrank

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